Eigene Inhalte für die Browser kann man auf zwei Arten entwickeln. Zum einen kann man selbst programmieren und zum anderen gibt es Interfaces, in denen man komplett ohne Code arbeiten kann. Das Entwickeln mit eigenem Code ist nicht ganz einfach und erfordert relativ viele Voraussetzungen wie einen öffentlich sichtbaren Webserver und die Pflege einer Datenbank. Deshalb werden im Folgenden Interfaces vorgestellt, mit denen einfache Inhalte ohne Code zusammengebaut werden können. Mehr Information zum Programmieren eigener Inhalte gibt es in dem Buch Professional Augmented Reality Browsers for Smartphones: Programming for junaio, Layar, and Wikitude von Lester Madden oder auf den Websites der jeweiligen Browser. Ein Nachteil der Interfaces ist, dass man nur begrenzte Möglichkeiten hat und in der Regel für eine Veröffentlichung des Inhalts bezahlen muss. In einigen Anwendungen kann man den erstellten Inhalt aber mit Familie und Freunden teilen, indem man diesen einen Zugangsschlüssel gibt oder sie im Developer-Account hinzufügt.

Layar

Natural Feature Tracking kann man sehr einfach mit dem Layar Creator (https://www.layar.com/products/creator/) ausprobieren. Dazu erstellt man sich einen Account bei Layar. Hier kann man nun auswählen, aus welcher Rubrik man Inhalt erstellen möchte (z.B. Zeitschrift, Poster, Visitenkarte, ...). Man lädt ein Bild des zu erweiternden Objekts hoch und kann nun beliebige Augmented Reality Elemente hinzufügen. Am schnellsten lassen sich Weblinks einbetten; es können aber auch Video- oder Audiodateien hochgeladen werden, die nach dem Scannen des Mediums abgespielt werden sollen. Um die sogenannte Campaign zu testen, kann man einfach das gewählte Bild mit der Layar App scannen.

Anmeldung beim Layar Creator
Mit einem Klick auf den Button Start My First Campaign erzeugt man neuen Inhalt
Auswahl der Rubrik und mögliche Eingrenzung der Verfügbarkeit
Um eine Page zu erzeugen, muss ein Bild hochgeladen werden
Die Page wurde hinzugefügt, es können weitere Pages hinzugefügt werden
Hochgeladenes Bild. Am rechten Rand können verschiedene Formen der Erweiterung ausgewählt werden
Erweiterung mit einem Link
Vorschau des erweiterten Bildes
Testmodus
Veröffentlichung

Für Location Based Services kann man das Hoppala-Interface nutzen. Dazu erstellt man sich einen Account bei Hoppala (http://augmentation.hoppala.eu/register). Im Dashboard kann man nun sogenannte Overlays erzeugen. Diese tragen einen Titel, einen Namen und eine URL. Im Overlay kann man nun Points of Interest wählen und ihnen Information zuordnen. Außerdem benötigt man einen Developer-Account bei Layar, dazu meldet man sich kostenlos unter https://www.layar.com/developers/ an. Durch einen Klick auf den Button Create a new Layar gelangt man in ein Menü, in dem man die zuvor bei Hoppala erzeugte URL sowie einen Titel und einen Namen eingeben kann. Den gewählten Namen muss man im Hoppala-Overlay unter dem Feld Name eintragen. Der Name dient der Identifikation, deshalb sind die Buchstabenkombinationen begrenzt. Als Titel kann man dann eine etwas schönere Schreibweise des Namens wählen. Im Browser ist später nur der Titel sichtbar. Testen kann man die Layer indem man sich in der Layar-App unter Benutzereinstellungen mit seiner Developer-ID anmeldet. Bei den Geo-Layers erscheint nun eine zusätzliche Rubrik mit dem Titel Test-Ebenen. Hier kann man die zu testende Layer auswählen. Wenn man sich nicht in der Nähe der Points of Interests befindet, kann man unter Developer settings eine beliebige Position1 eingeben. Leider kann man die erstellten Layers nur kostenpflichtig veröffentlichen. Es gibt aber die Möglichkeit, anderen Personen mit Developer-Account Zugang zur eigenen Layer zu ermöglichen.

Anmeldung bei Hoppala
Mit einem Klick auf Add overlay unten links kann man ein neues Overlay erstellen.
Auf der Karte kann man nun durch Klicken einen Punkt auswählen.
Hier ist als Beispiel die Mensa am Westerberg ausgewählt.
Im Fenster kann Information hinzugefügt werden. Statt des Hoppala-Logos kann man auch eigene Bilder für die Markierung verwenden.
Ansicht der Layers im Developer-Account. Mit einem Klick auf Create New Layer können neue Layers hinzugefügt werden.
Hier müssen Name, Titel und URL zum Hoppala-Server (oder zu einem eigenen Server) angegeben werden
Der Name muss nun auch in Hoppala angepasst werden. Markiert ist die URL, die man bei Layar angeben muss.
Anmeldung in der Layar-App unter Benutzereinstellungen
Bei den Geo-Ebenen erscheint nun die zusätzliche Rubrik Test-Ebenen.
Ansicht der Test-Layers
Testlayer in Benutzung
Eingabe einer beliebigen Position unter Developer settings

Wikitude

Für Wikitude gibt es ein Äquivalent zum Layar Creator, dies nennt sich Wikitude Studio (http://www.wikitude.com/products/studio/). Nachdem man sich angemeldet hat, kann man ebenfalls ein Bild hochladen und dies auf verschiedene Arten erweitern. Leider ist nur das erste Bild gratis, für jedes weitere hochgeladene Bild fallen Kosten an. Um zu testen, ob die Erweiterung des Bildes funktioniert, gibt man in der Wikitude App unter Einstellungen in der Rubrik ARchitect-World die im Wikitude-Studio-Account angezeigte URL zum Projekt ein.

Wikitude Studio Homescreen
Projekt mit einem hochgeladenen Bild. Links unten wird die Eignung des Bilds für Natural Feature Tracking mithilfe von Sternen angegeben. (Je mehr Sterne, desto besser die Eignung). Am rechten Rand können verschiedene Formen der Erweiterung ausgewählt werden
Wiktude App. Hier muss der Link zur ARchitect World eingegeben werden

Leider kann man Hoppala im Moment nicht für Wikitude verwenden. Die Betreiber des Browsers begrenzen seit einiger Zeit die Möglichkeiten, auf einfache Weise Worlds hinzuzufügen, vermutlich um den Browser seriöser und strukturierter zu machen.

Junaio

Wie bei Layar und Wikitude gibt es auch bei Junaio die Möglichkeit, schnell Inhalte zu erzeugen. Dies kann man mit dem Metaio Creator (http://www.metaio.com/products/creator/) tun. Dieser muss zunächst gedownloaded werden, dann kann man wie beim Layar-Creator und bei Wikitude Studio Bilder des zu erweiternden Gegenstands sowie die Augmented-Reality Inhalte hochladen.

Points of Interest kann man wie bei Layar mithilfe von Hoppala einbetten. Dazu meldet man sich als Developer an (http://www.junaio.com/develop/) und wählt unter dem Menüpunkt My Channels die Option Create a New Channel aus. Wie bei Layar kann man als URL anstatt des Links zum eigenen Server den Link zum Overlay von Hoppala benutzen. Um den Channel zu testen muss man sich in der Junaio App mit der Developer ID anmelden. Tippt man auf das Junaio Logo am oberen Rand des Displays, so erscheint das Fenster zum Einloggen. Im Developer-Modus kann man unter anderem eine beliebige Koordinatenposition eingeben, um die Inhalte auch von einem anderen Ort aus zu testen. Der Channel bekommt eine ID mithilfe derer man ihn über das Suchfeld der App finden kann. Die Freischaltung des Channels kann bis zu eine Stunde dauern. Channels können kostenfrei veröffentlicht werden, allerdings müssen sie vorher von Junaio überprüft und freigegeben werden.

Menüpunkt My Channels. Durch Klicken auf Create a New Channel können neue Inhalte entwickelt werden.
Erstellung eines Channels. Ähnlich wie bei Layar muss ein Name und die URL zum Inhalt angegeben werden.
Ansicht des fertigen Channels.

1 Die Koordinaten für Längen- und Breitengrade kann man beispielsweise über Google Maps bekommen. Klickt man mit Rechtsklick auf einen Punkt in der Karte (der zuvor nicht mit dem roten Pin ausgewählt wurde) und wählt die Option Was ist hier?, so erscheinen die Koordinaten im Suchfenster. Weitere Tipps: https://support.google.com/maps/answer/18539?hl=de


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